einfach schieben, schieben, schieben

Heute war ein rundum perfekter Tag.

Zum Glück durfte ich erst halb zwölf in der zwölften von siebzehn Gruppe starten und konnte so am morgen ausschlafen. Karin, die schon zum dritten Mal den Tjejvasan lief, durfte morgens mit den Ersten um 9 Uhr auf die Strecke und musste schon 6:00 aufstehen.
So schauten wir uns den ersten Start in der Hütte auf dem Computer an und fuhren dann zum Oxberg.
Ich war schon ein wenig aufgeregt und als es ein bisschen Stau auf dem Weg zum Parkplatz gab, wurde ich nervös, obwohl wir immer noch rechtzeitig ankamen.
Die Angst, wenn man so spät startet ist natürlich, dass die Loipe schon völlig zerfahren ist, wenn jede viertel Stunde über 600 Leute losfahren, doch ich hatte Glück und die Spuren waren alle noch recht gut.
Kurz vor 11:30 ging meine Startgruppe vor an die Startlinie und ich kam in der zweiten Reihe zum stehen. Die Stimmung war super und spätestens als die Sonne sogar kurz hervor kam waren alle froh und freuten sich auf die nächsten paar Stunden auf der Loipe. Und dann ging es los, also schob los. Die Arbeit an den Skiern in den letzten Tagen hat sich anscheinend gelohnt, denn sie rutschten super und schon nach wenigen hundert Metern war ich der Erste meiner Startgruppe. Bereits am ersten Anstieg zum Oxberg hoch hatten wir die Letzten der Startgruppe vor uns ein. Die hatten die Skier einfach abgeschnallt und gingen den Oxberg hoch. Der Klister unter meinen Skiern hielt jedoch perfekt und ich konnte fast hoch „laufen“. So konnte ich mich sogar ein bisschen vom Feld absetzten und war nach zwei Kilometern die erste oben auf der Spitze. Der Rest der Strecke ist eigentlich nur noch „Abstieg“ nach Mora. Bis Kilometer fünf konnte ich den ersten Platz halten, dann wurde ich eingeholt und konnte leider nicht an der schnelleren Dame dran bleiben. Die nächsten 10km hatten etwas von Slalom fahren. An der Startnummer sah man aus welcher Startgruppe die Leute so kamen an denen man sich vorbei schlängelte und ich staunte nicht schlecht als ich an den Letzten der neunten Gruppe vorbei fuhr. Nach zehn Kilometern fühlten sich meine Arme noch seht gut an und so schob ich einfach weiter.
So ging es bis zu Hälfte der Strecke, dort wurde ich von einer Norwegerin aus meiner Gruppe eingeholt. Ich fühlte mich immer noch gut und konnte mit ihr mithalten. Erst fünf Kilometer vor dem Ziel begannen die Arme müde zu werden und ich musste öfter in die diagonale Technik wechseln. Zum Glück habe ich kräftige Beine und konnte trotzdem bis ins Ziel mit der Norwegerin mithalten. Auf dem letzten Kilometer hatte sie dann aber doch einfach noch mehr Kraft und fuhr zwanzig Meter vor mir ins Ziel.

DSC_0229

Im Ziel mit Teilnehmermedaille

Von der wunderschönen Landschaft habe ich leider nicht so viel mitbekommen, aber ich bin ja auch noch eine Woche hier und 2:21:44h ist ja auch nicht so viel Zeit, um sich 30km schwedischen Winterwald anzuschauen. Das war nämlich meine Zielzeit über die ich selbst immer noch staune, da ich diesen Winter kaum auf Skiern stand und sonst eigentlich nicht so viel mit den Armen arbeite. Insgesamt hat es sogar für die Top1000 mit Platz 916 gereicht. (Ergebnisse)
Im Ziel hatten mich die anderen noch gar nicht erwartet, so dass es eine Weile gedauert hat eh wir uns wiederfanden, aber zum Glück bekommt ja jede Läuferin, die erfolgreich im Ziel ankommt, nicht nur eine Medaille, sondern auch ein Beutel voller Riegel und Süßkram als Werbegeschenk.
Dann schnell umziehen und noch einmal in die riesige Vasaloppsmässan und weitere Werbegeschenke in Form von Knäckebrot und Semlor (schwedisches Gebäck mit Marzipan und gaaanz viel Sahne) abstauben.
Zufälligerweise war meine Gastfamilie genau heute auf dem Weg aus den Ferien im Fjäll zurück nach Hause und sind dabei an Mora vorbei gefahren. So gab es mitten auf dem Parkplatz vor Willys ein fröhliches Wiedersehen mit den drei kleinen Rabauken und ihren Eltern. Es war toll zu sehen wie groß die Kinder schon wieder geworden sind und zu hören was gerade so los ist. Nach einem Jahr fühlt man sich eben irgendwie verbunden und ich verstehe mich einfach super mit den Gasteltern.
Dann fuhren wir zurück nach Rättvik zu unserer Hütte und der wohlverdienten Dusche. Am Abend gab zur Belohnung auch noch Lasagne mit Fleisch von glücklichen Elchen.
Jetzt steht einer schönen Skiwoche nichts mehr im Wege.

Fotos gibts hier: https://www.facebook.com/jens.leibiger/photos

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