100 Prozent

Die Europameisterschaften in Portugal waren mein erster internationaler Einsatz bei den „Großen“.

Im Gegensatz zur WM, gibt es bei der EM noch Vorläufe und man muss sich seinen Platz im A-Finale gegen die starke Konkurrenz hart erkämpfen. Dadurch muss man natürlich öfter an den Start und deshalb verzichtete ich von vorn herein auf einen Start bei der Langdistanz.

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Freude nach der Sprint-Qualifikation

Vor dem Mittel- und Sprint-Vorlauf war ich höllisch aufgeregt, konnte meine Konzentration aber pünktlich – ungefähr 30 sek – vor dem Start aufrufen und war während des Rennens zu 100% dabei. Was dann passierte, kann ich einfach nur als „sehr gut“ bezeichnen. Ich bin bei meinen beiden nahezu fehlerlosen Rennen mit einem 10. (Mittel) und einem 14. Platz (Sptrint) sicher ins A-Finale eingezogen (17 kommen weiter). Eine 100%-Quote, was wünscht man sich mehr, bei seinem ersten Start bei einer EM im ersten Elitejahr?
Genau, dass mein Bruder ebenfalls so geniale Läufe hat. Er kam bei seinen Vorläufen (Mittel und Lang) ebenfalls ins Finale ein und nun dürfen wir uns offiziell „Familie 100 Prozent“ nennen. Jetzt sind wir beide endlich Elite, fleißig am trainieren und ich glaube das wird unser Jahr und einem Doppelsieg der Geschwister Lösch bei diversen BRLs und DMs steht nun nicht mehr viel im Wege.

EM

Kurz vor dem Ziel im Mittel-Finale

Dann galt es diesen Könnensbeweis auch im Finale in den Wald zu bringen. Nun ja lief es leider nicht so gut, vielleicht auch weil ich zu beruhigt ins Rennen ging. Meine Gedanken waren eher: „Hey, du bist im A-Finale, das ist schon super, jetzt kommt nur noch Spaß!“ als „Jetzt erst recht!“. Aber man muss sich ja noch Steigerungsmöglichkeiten offen lassen und zur WM gibt’s keine Qualis (außer im Sprint), da bin ich dann auch in den Finals aufgeregt und konzentriert genug.
Im Sprint unterliefen mir leider so einige Routenwahlfehler, so dass der Traum von einer Platzierung unter den besten 40 und damit einem Weltcuppunkt platzte. In der Mitteldistanz sah es bis zum 9. Posten noch sehr gut aus, doch dann verlor ich gleich zweimal ca. 30 sek und musste im Ziel feststellen, dass mit ungefähr eine Minute zum 40.Platz fehlt.
Und dann war da noch das Chaos, das die Veranstalter angerichtet hatten. Aufgrund eines falsch stehenden Postens beim Mittel-Vorlauf der Herren wurde der gesamte Vorlauf, also auch der der Damen, annulliert und alle durften im A-Finale starten. Das heißt mein geniales Rennen im Vorlauf war nun gar nichts mehr Wert. Als ich zu Hause war nahm ich den Edding und fing an zu streichen, ich strich alle Namen aus der Ergebnisliste, die bei einem regulären Vorlauf gar nicht im A-Finale hätten starten dürfen. Und jetzt ratet mal auf welchen Platz ich gekommen wäre nach dem ich die betreffenden 11 Damen vor mir gestrichen hatte: 40.!! Und den einen Platz zum Eis von der Wette mit Jan hätte ich auch noch irgendwie geschafft!

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der Pool!!!

Ich bin froh, dass ich mich kurzfristig noch entschieden habe, als Ersatzläuferin bei der EM einzuspringen, denn ich hatte tolle Läufe in zwar etwas langweiligem Gelände, aber wenigstens hat die Sonne geschienen und der Pool im Quartier war auch nicht so schlecht und mein Bruder erlangte bei der überaus fordernden Langdistanz sogar Weltcuppunkte.

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Sören auf der Sichtstrecke der Langdistanz

Wenn ich so groß und erfahren bin wie er, dann schaff ich das auch. Die nächste Chance besteht bei der WM in Italien.

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EOC – Spaß vor der Langdistanz

Aber davor fand noch die Staffel statt. Die war ziemlich genial, denn ich durfte die Startstrecke laufen und im Massenstart mit allen zusammen in den Wald. Bei den „Großen“ gehen die echt noch mal einen Zahn schneller in so ein Rennen und so fand ich mich ab Posten 7 eher am Ende aller Läuferinnen, doch das Glück war mir noch einmal hold. Am 10.Posten stellte sich fast die gesamte Führungstram weg und kam erst mit mir zum Posten, so war ich wieder im Rennen und konnte nur 1:40min nach der ersten auf Sabine wechseln. Sie machte ebenfalls einen klasse Lauf und genoss es mit den ganzen Damen so lange es ging mit zu rennen. So kam sie trotz eines Fehlers ebenfalls am 10.Posten recht fix wieder und schickte Anna auf die Strecke. Sie tat alles was möglich war, doch leider schien unser Glück bereits aufgebraucht und so reichte es zu keiner tollen Platzierung mehr, aber wir waren trotzdem zufrieden mit unseren Läufen.
Nach dieser EM freue ich mich noch mehr auf die WM, ersten weil das Gelände spannender wird, zweitens hoffentlich die Organisation besser und drittens, ich jetzt weiß, dass ich dort nicht nur hin fahre, um die Ergebnisliste aufzufüllen, sondern gute Ergebnisse auf dem Weg zur WM 2016 in Schweden erzielen kann.
Nun schaue ich voller Vorfreude auf das Wettkampfjahr und hoffe alle am Wochenende bei der DBK U-Lang zu sehen.

(Photos by Sabine and Sören)

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