tio dagar i sverige – del ett

en helg i Stockholm – ein Wochenende in Stockholm ist nicht viel, aber das bedeutet nur, dass man die Zeit gut ausnutzen muss.

Samstag 8:20 hob mein Flieger von Tegel ab und landete eineinhalb Stunden später in Arlanda. Natürlich an Terminal 2, nicht an Terminal 5, wo Johnny schon mit dem Auto auf mich wartete. Ab dem Moment wo ich ihn gefunden hatte, war ich in der wunderbaren Situation das ganze Wochenende einen „personal coach“ an meiner Seite zu haben. Während ich mir also noch im Auto die Füße tapte, fuhr Johnny mich zum OL-Wettkampf.

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schöner schwedischer Wald

Ich besorgte mir schnell eine neue Startzeit, denn 11:08 war leider schon durch und schwupp ging es los zum Start. Da steht man morgens in Berlin auf und Mittags hat man schon eine OL-Karte in der Hand und rennt durch den feinsten schwedischen Wald. Abgesehen davon, dass ich die ersten fünf Posten alle mehr gesucht als gefunden habe, bisher also ein perfekter Tag.
Doch der war noch lange nicht zu Ende. Wir fuhren erstmal in einen Vorort von Stockholm, wo die Wohnung von Emil, Johnnys Sohn, liegt, wo wir übernachten wollten. Denn für den Abend war eine 10km-Straßenrennen auf Södermalm, der Südinsel von Stockholm, geplant. Natürlich nicht irgendein Straßenrennen. Beim Midnattsloppet (Mitternachtslauf) in Stockholm handelt es sich seit diesem Jahr offiziell um den größen 10km-Lauf Europas! Davor musste ich jedoch erstmal mit der U-Bahn in die Stadt und meine Startunterlagen abholen. Statt einer Startnummer bekommt hier jeder ein Laufshirt in jährlich wechselnden Trendfarben. Dieses Jahr gab es knallpink, was auf jeden Fall den Vorteil hat, dass man das Shirt im Schrank sofort findet.

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Gamla Stan Stockholm

Der obligatorische Stadtbummel durch Stockholm durfte natürlich auch nicht fehlen. So kam ich eine Weile später mit drei neuen schwedischen Büchern und ein paar Kanelbullar (Zimtschnecken) wieder zurück in die Wohnung, wo mein personal coach bereits gekocht und serviert hatte. Bei lecker Fisch und Kartoffeln bereitete ich mich auf das Rennen vor. Man muss sich das mal vorstellen: über 40.000 Leute rennen innerhalb von ein paar Stunden 10km und drum herum ein riesen Spektakel mit lauter Musik, Tanz und Jubel.
Gestartet wurde wegen der vielen Läufer in Wellen. Ich durfte 21:20 in der ersten von sieben Startgruppen starten. Die letzten setzten ihre Füße erst 23:05 auf die Strecke.

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Start Midnattsloppet Stockholm 2014

Mit viel Tamtam wurden die ersten tausend Läufer auf den Start vorbereitet und dann ging es los. Und ja wie üblich bei solchen Großver- anstaltungen gingen wir wirklich nur, erstmal bis zur richtigen Startlinie. Sobald die Linie überschritten war wurde losgelaufen und das sogar recht fix. Nur knapp über 4min/km war das Tempo. Am Anfang hätte ich vielleicht etwas schneller gekonnt. Im Gedränge hält man sich jedoch lieber an die allgemeine Geschwindigkeit, alles andere würde zu viel Kraft kosten und die Wut der anderen auf einen ziehen. Gerade beim Midnattsloppet geht es um die Freude am gemeinsamen Laufen. So schob sich der gigantische pinke Wurm durch Södermalm und erst gegen Ende zog sich das Feld etwas auseinander. So konnte ich am letzten Hügel noch einmal alles geben und sah schon bald die Zielgerade. Nach zehn Kilometern können einem diese letzten 300 Meter, in denen einem der Zielbogen entgegen blinkt und leuchtet, verdammt lang vorkommen. Doch auch die bin ich noch gespurtet und so konnte ich den letzten Kilometer sogar in 4min/km absolvieren. Zurück in Emils Wohnung bin ich nur noch eine kleine Runde durch den Park gehoppelt und dann sofort ins Bett gefallen. Danke vielmals dafür, dass ich dort so unkompliziert übernachten durfte.
Am nächsten Morgen waren die Waden trotzdem betonartig, doch die Freude auf einen weiteren Lauf im schwedischen Wald überwog und so ging ich für weitere 10 km an den Start, jetzt wieder in OL-Klamotten. Meine Beine konnten nicht mehr so schnell, doch das war eigentlich ganz gut, denn so konnte ich mich mehr auf die O-Aufgaben konzentrieren. Das gelang mehr oder weniger ganz gut. Jedenfalls hatte ich schon weniger Probleme als am Vortag und konnte auf dem langen Schlag zum vierten Posten sogar jemanden Auflaufen. Wir wurden dann sogar auch noch eingeholt und somit ließ ich mich ablenken und lief nicht genau zu meinem Absprungpunkt. Plötzlich standen wir irgendwo und hatte nicht so recht den Plan wo der Posten stehen soll. Die beiden anderen hatten schnell wieder einen Plan wo der Posten stand, doch ich wollte aus Trainingsgründen für das Euromeeting ein Wochenende später, nicht einfach hinter her laufen. So lief ich noch einmal zurück, machte diesmal alles richtig und kam direkt am Posten raus. Dann weiter über die lange Bahn gekämpft, nur noch ein Kringel am Funkposten gedreht und dann endlich ins Ziel gekommen und erstmal hinsetzten. Waden können echt schmerzhafte Körperteile sein. Schon nur der Weg zu Dusche fiel mir unglaublich schwer. Zum glück hatte ich ja meinen personal coach, der mich zum Bahnhof fuhr und mich noch zum Essen einlud. Dank an Johnny für die tolle Betreuung, ohne ihn hätte ich dieses Wochenende nicht so reibungslos über die Bühne gebracht.
Die Zugfahrt zu meiner Gastfamilie nach Göteborg habe ich dann wohlverdient verschlafen. Wie es dort weiter ging erfahrt ihr bald in Teil zwei.

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