Ende der Talfahrt

Talfahrten in der Achterbahn oder auf kleinen Landstraßen sind super lustig, doch beim JJLVK versetzen sie einen in eher in einen Schockzustand. Thüringen auf Platz sieben, eine Katastrophe!

Das war letztes Jahr im Herbst. Ich war das erste Mal als Betreuer mit Team Thüringen unterwegs und wusste nicht wohin mit meiner Verzweiflung. Die glänzenden Zeiten waren tatsächlich vorbei. Doch ich wollte nicht, dass es das war. Thüringen nicht in den Top 6, das durfte nicht passieren, nicht so lange sich jemand stolz Thüringer nennen will. Das passt einfach nicht ins Weltbild und da kommt bei mir nun mal der kleine Lokalpatriot durch. Deswegen musste zur Teambildung und Vorbereitung des diesjährigen JJLVK Anfang Mai im Schwarzwald ein Trainingslager her. Schnell fanden sich Mitstreiter und letztes Wochenende versammelten sich über 30 thüringer jugendliche OLer in Tonndorf.
DSC_0002_1 Das ist ein ganz normales verschlafenes Dorf in der Mitte Thüringens. Jedenfalls normalerweise, doch wenn Team Thüringen dort Trainingslager macht, dann ist besonders in der Nähe des Schullandheims ordentlich was los.
Am Freitagabend gab es zur Einstimmung erst mal einen Micro-OL durchs ganze Gebäude.
Während alle in der vorherigen Woche fleißig zur Schule gingen, stiefelte ich in meinen Ferien zwei Tage lang durch den Tonndorfer Wald, um die Karte zu überarbeiten. Danach konnte ich die Bahnen für zwei Trainingseinheiten in die Mülltonnne werfen und musste von vorne beginnen, denn ein Drittel des Waldes ist mindestens 2er-grün, wenn nicht sogar völlig unpassierbar. Riesige Fichtendickichte, die von einem Labyrinth von Schneisen durchzogen sind, sind leider unbrauchbar für OL. Leider sind mir in den nutzbaren Gebieten einige Veränderungen im Wald durch die Lappen gegangen, so dass besonders beim Schmetterlings-OL die Wegeklassifizierung nicht wirklich gestimmt hat. Der Hinweis an die Kinder zurück zum Start zu kommen, wenn sie zu einem Posten Probleme bekommen, half leider auch nicht. Wir mussten die leidvolle Erfahrung machen, dass Kinder neben einem Entfernungsgefühl auch kein Zeitgefühl haben. Aber was zählt ist, dass sie jedenfalls irgendwann mit allen Posten aus dem Wald kommen. Ihr Ehrgeiz und Wille durchzuhalten ist ungebrochen!
DSC_0018_1So erlebten Betreuer und Kinder einige Überraschungen was die Fähigkeiten ihrer Schützlinge angeht. Auch sonst sind wir alle sehr zufrieden mit diesem TL. Wir haben genau das erreicht, was wir wollten. Die Thüringer Jugendlichen kennen sich jetzt, es gibt keine Ausgrenzung zwischen den verschiedenen Vereinen und die Älteren haben erkannt, dass die Jüngeren ihre Unterstützung brauchen, genau so wie andersherum. Früher war das einmal so bei uns, dann kam eine komische Zeit mit Grüppchenbildung und Ausgrenzung. Doch das scheint nun glücklicherweise vorbei zu sein. Es geht bergauf, wenn auch nur in kleinen Schritten, doch das wir wieder ein Team sind ist ein wichtiger Schritt ohne den wir nie wieder zu alter Stärke zurück finden werden.

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2 Kommentare zu “Ende der Talfahrt

  1. Pingback: Bergauf ist anstrengender als bergab, | susen and orienteering

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