Bergauf ist anstrengender als bergab,

aber dafür kann man von oben die Aussicht genießen!
JJLVK in Baden – mit Regen, Löwen und stolzen Ochsen

Es ist ja eine Ehre als Erwachsene beim JJLVK dabei sein zu dürfen. Immerhin sehen die Kinder einen als so cool an, dass man mitkommen darf. Ne, Spaß beiseite, es ist eine Ehre zu hoffen, dass eine kleines TL im März vielleicht schon etwas gebracht hat.
Los ging es am Freitag mit einem Sprint durch Freiburg. Da diese 1. Etappe nicht beim JJLVK gewertet wurde, konnte ich mich noch ganz auf meinen eigenen Lauf konzentrieren. Das war auch nötig, denn das war sozusagen die Feuerprobe für mein Bein. Trotz der rutschigen Bedingungen auf dem Kopfsteinpflaster konnte ich mit vollem Einsatz laufen. Jetzt heißt es die Kondition wieder aufzubauen und bis zum Weltcup Anfang Juni die Schnelligkeit in die Beine zurück zu bekommen. Denn dann darf ich nicht schon nach der Hälfte der Strecke im Eimer sein.
Am Abend wartete auf den deutsche Damenkader noch ein ganz besonderer Gast. Dank der Nähe zur Schweiz, starteten neben der 23-fache Weltmeisterin Simone Niggli auch die derzeitige Welt- und Europameisterin Judith Wyder.
Beim gemütlichen Abendessen durften wir Judith drei Stunden lang mit Fragen löchern und uns ein bisschen Nachhilfe geben lassen. Es war unheimlich interessant und da Judith einfach super nett ist, kann man sie echt alles fragen, egal ob es um Physios, Krafttraining oder Freunde geht. Am tollsten war zu hören, dass auch eine Weltmeisterin OL angefangen hat, weil sie die Wochenenden mit ihren Freunden auf der Zielweise so sehr genossen hat und das natürlich heute auch noch tut.
hannes_paulEin Grund mehr sich wieder auf den JJLVK zu konzentrieren, denn das was dort zählt ist gerade die Gemeinschaft und der Spaß, nicht nur im Wald. Es zählt das Teamfeeling, zu spüren, dass man gemeinsam etwas erreichen kann. Das gilt nicht nur für die JJLVK-Teams, sondern auch für das Nationalteam, dass sich da eindeutig noch eine Scheibe abschneiden kann.
Und dann ging es endlich richtig los. Als Betreuer ist man ja immer aufgeregter als die Kinder selber, doch man muss stundenlang souverän und beruhigend wirken.
löwe2Doch wenn unser schnellster Löwe mit 40 Sekunden Vorsprung am Sichtposten auftaucht, dann ist das doch irgendwie schwer. Man bangt und hofft, man weiß, dass er fighten kann, man weiß, dass niemand unschlagbar ist. Und dann erscheint er am Endposten und läuft mit zwei Minuten Vorsprung und Siegerfaust ins Ziel. Da darf man dann auch mal aus dem Häuschen sein. Doch ein Löwe ist nichts ohne sein Rudel (ich weiß, blöder Vergleich). Wir sind ein junges Team, aber man muss sich ja Steigerungsmöglichkeiten lassen. Alle haben ihr Bestes gegeben und am wichtigsten: wir hatten keinen Fehlstempel.
Dann durften auch die Betreuer auf die Strecke der BlackForest3days. Leider fing es wieder an zu regnen, doch trotzdem hatte dieser Wald etwas beruhigend traumhaftes. Es war still, die Aufgabe war genau definiert, für alles was passiert war ich selbst verantwortlich. Also Entspannung pur! Bis zu dem Punkt wo man merkt, dass man doch noch etwas im Trainingsrückstand ist und der Kopf durch die Anstrengung nur noch auf Sparflamme arbeitet. Das Gefühl im Ziel angekommen zu sein und die ganzen 330Hm ohne größere Probleme geschafft zu haben war trotzdem super und genau das was ich vermisst hatte.
Zurück in der Turnhalle blieb keine Zeit für Erholung, die Staffelbesprechungen standen an. Das tolle mit vielen jungen Anfängern ist, dass sie noch völlig unvoreingenommen sind und einfach schauen was da kommt. Nur, wenn man keinen Plan hat wie eine Staffel im OL eigentlich funktioniert, kann es etwas kompliziert werden. Ich gab mein Bestes allen verständlich zu machen was sie da morgen erwartete und worauf sie bei ihrer Staffelposition besonders achten müssen.
Und dann ging es endlich zum besten Teil der JJLVK, der Siegerehrung! Leider hatten wir nur bei den großen Jungs ordentlich was zum jubeln, aber das wird sich bald ändern! Als Jugendliche waren diese Stunden immer die besten im ganzen OL-Jahr, nun sind immer noch toll, aber man sitzt am Rand, freut sich und schaut ein wenig wehmütig darauf wie cool man damals war. julianNatürlich gibt es Leute, die immer noch cool sind. An erster Stelle steht da wohl Julian, der die beste Moderation bei einem JJLVK gemacht hat, die ich jemals erlebt habe. Vielen Dank! Auch unser Team hat endlich wieder begriffen was es heißt, wenn ein Thüringer auf dem Podest steht. Dieses Jahr gab es endlich wieder ein Jubelgebrüll, wie es sich für uns gehört. Wir tragen ja nicht umsonst den Löwen im Wappen und bei manchen von uns sitzt er jetzt auch im Herzen.
Zum Glück sind alle unsere Kids vernünftig und so waren wir für einen JJLVK früh im Bett. Am nächsten morgen ging es ja auch schon sechs Uhr weiter.
Sechs Uhr aufstehen am Sonntag wofür machen wir das überhaupt?! Ich glaube so richtig gibt es dafür keine Antwort, weil sobald der Kinder im Massenstart in den Wald geschickt werden oder man selbst unterwegs ist, hat man vergessen wie früh oder spät es ist. Deshalb freuen sich die Skandinavier darauf bei 10Mila und Jukola eine ganze Nacht durchzumachen und die vielen heldenhaften 24h-OLer darauf einen ganzen Tag und eine ganze Nacht im Wald zu sein und mit ihrem Team mitzufiebern.
Nach dem ersten Tag sah es für uns Thüringer nicht wirklich rosig aus. Platz acht ist jetzt wirklich nichts worüber man sich freuen müsste. Das ging wohl den meisten von uns so und in der Staffel wurde alles gegeben. nico_louisUnsere 14er konnten endlich zeigen, dass sie Potential haben und platzierten sich in dem großen Starterfeld unter den Top6 bzw. Top10, jeweils mit der Möglichkeit ganz schnell 2-3 Plätze besser zu sein. Doch bis zur Siegerehrung war noch ein bisschen Zeit und so mussten wir uns gedulden, ob uns die Anstrengungen auch in der Gesamtwertung ein wenig nach vorne gebracht hatte.
Erstmal durfte ich noch in den Wald. Stundenlanges rumstehen, vom Wechsel zum Zelt, zum Ziel sprinte, gut zureden und nicht den Überblick verlieren, hatte mich müde gemacht, doch es ging ja zum Glück nur darum zu gucken wie ich bei dieser dritten Etappe über die Strecke komme. Dank der etwas langsameren Beine, passierten keine großen Fehler.
Und dann war endlich die Siegerehrung. Wieder konnten wir uns über die Podestplätze der großen Jungs freuen und dann die Verkündung der Gesamtwertung. Platz neun: Westfalen, zwei siebte Plätze: ?. Ok, wir waren schon mal nicht mehr Achte, doch hatte es gereicht Hessen und das Saarland zu überholen!? Julian machte es natürlich spannend, doch als er Hessen und Saarland sagte, konnten wir unsere Freude nicht mehr im Zaum halten. Sechster Platz! Bähm! Stolz wie Ochs! Das TL hatte tatsächlich schon eine kleine Wirkung gezeigt und gemacht das wir jetzt als Team doch tatsächlich irgendwie wieder funktionieren. Ein Platz besser als letztes Jahr, wenn wir so weiter machen, sind wir in vier Jahren wieder da wo wie hingehören, den Sachsen auf den Fersen! Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch nach diesem JJLVK sehe ich die Zukunft der Thüringer OLer wieder etwas positiver. Danke an das fantastische Team und die tollen Betreuer!

Weil ich noch nicht genug von tollen Teamleistungen habe und Deutsche Meisterschaften langsam echt langweilig finde ;), verzichte ich dieses Wochenende auf die DM Sprint und fliege mit Sabine und Felix nach Schweden zur 10Mila , wo wir für Halden, Lillomarka und Ärla unser Bestes geben werden und dann eine ganze Nacht lang vergessen wie spät es eigentlich ist.

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Ein Kommentar zu “Bergauf ist anstrengender als bergab,

  1. Liebe Susen, die Thüringer sind auch im „Ausland“ aktiv, bedeutet: das Saarland hat mindestens solche Pläne wie ihr für den kommenden JJLVK 😉
    Viel Spaß erstmal in Schweden!

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