Ostern für Fortgeschrittene

Für OLer ist jedes Wochenende Ostern.

Während die meisten Leute nur einmal jährlich dem Spaß am Suchen und Finden frönen, machen OLer das fast das ganze Jahr. Eine Sucht von der wir nicht loskommen, genauso wie der ganze Süßkram zu Ostern.
Das Gute: Wer viel durch den Wald rennt, darf auch viele Leckereien essen.
Dieses Jahr nutzte ich die freien Tage um Ostern für zwei Trainings in WM-relevantem Gelände mit ein paar Jungs aus Deutschland und einigen Wettkämpfen bei Trollhättan mit Nydalens SK.
Die Trainings liefen gut, auch wenn ich bei einem nach zehn Minuten in den eiskalten Bach gefallen bin und mir trotz Sonne und schnellem Laufen die ganze Zeit einfach kalt war.
Die Wettkämpfe gehörten zum Five-O, einem traditonellen Mehrtagelauf in der Gegend.
Beim ersten Rennen ging es gleich auf die Langdistanz mit einigen kniffligen Routenwahlen. Leider unterlief mir ein richtig blöder Fehler. An einer Bahnkreuzung bin ich auf einmal der falschen roten Linie gefolgt und habe erst an der acht gemerkt, dass ich eigentlich zur fünf muss. Da waren drei Minuten weg.
Trotzdem gab es am Abend ein tolles Osteressen mit Nydalen SK. Das ist ein Verein aus Oslo, der dort mit seinen Jugendlichen ein Trainingslager hatte. Ich durfte bei denen ganz gemütlich mit in der Jugendherberge wohnen und essen, da die anderen Deutschen schon wieder nach Hause fahren mussten.


Pünktlich zu Osterm ist auch der Frühling hier eingezogen und man kann überall Frühblüher entdecken und sich darüber freuen, dass man keine Handschuhe mehr braucht.

Am Ostersonntag hatte der Osterhase die Eier – äh Posten – gut versteckt. Ok, eigentlich war ich zu blöd sie zu finden. Gleich am ersten Posten 3 min verloren. Ich sollte aufhören mich von schnellen Eliteläufern ablenken zu lassen. Neuer Versuch am Montag, dachte ich. Um 1:00 Nachts wurde dieser Plan durchkreuzt. Ich hing über der Kloschüssel, genauso wie mindestens 10 andere Leute aus der Gruppe. Irgendwas beim Osteressen hat uns allen wohl den Magen verdorben.
Aus Frust oder einfach aus Trotz wollte ich es mir trotzdem nicht nehmen lassen am Montag noch einmal auf die Strecke zu gehen. Es war wirklich gehen, jedenfalls zu den letzten drei Posten, weil ich so schwach war. Aber schön war es trotzdem und eine Herausforderung den Fokus beizubehalten und trotz des langsamen Tempos nicht die Orientierung zu verlieren.
Jedenfalls war ich froh irgendwann wieder zu Hause zu sein und nach 13 Stunden schlaf am Stück konnte ich auch endlich wieder normal essen.
Die Wettkämpfe dieses Wochenende liefen also alle eher mies und mir was es fast ein bisschen peinlich meinen Namen mit so schlechten Zeiten auf der Ergebnisliste zu sehen. Doch gerade der Lauf am Sonntag zeigt auch, dass ich es kann und ich nur nicht in einem Moment zu viel auf einmal wollen und dann den Kopf verlieren darf. Jeder Posten ist Arbeit und hier wird einem nichts geschenkt. Die Konkurrenz ist immer stark und das macht einen am Ende abgebrühter. Bei der WM stehen sozusagen einfach die gleichen Leute an der Startlinie.

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Ein Kommentar zu “Ostern für Fortgeschrittene

  1. Pingback: O oder L oder wie jetzt? | susen and orienteering

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