Mapping

oder wie du ganz ohne Rennen ein besserer OLer wirst. 

Seit dem ich siebzehn Jahre alt bin, nehme ich gelegentlich Karten auf. Angefangen hat alles mit einer Sprint-Karte der Jenaer Innenstadt, auf der ich damals sogar gewohnt habe. Warum ich das damals gemacht habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr so genau. Vielleicht war es die Hoffnung doch einmal in ferner Zukunft ein DM Sprint in Jena zu veranstalten. Wie auch immer, beim Kartieren kann man als heranwachsender OLer sehr viel lernen z.B. über die Wichtigkeit von Generalisierung und wie schwer es manchmal ist zu entscheiden wie man etwas zeichnet. Nicht nur während man seine OL-Strecke abläuft trifft man andauernd Entscheidungen mit Hilfe von Karte und Kompass. Schon bei der Kartenaufnahme wurden tausende Entscheidungen getroffen. Dieser Stein darf auf die Karte, der andere da ist zu klein. Dieses Tälchen ist eher flach, das andere eher steil und immer so weiter. Diesen Prozess einmal selbst zu durchlaufen hilft einem beim Wettkampf besser zu verstehen was der Kartenzeichner tatsächlich gemeint hat. Man kann seine Entscheidungen im Lauf schneller und meist sogar besser treffen. Also Tipp an alle Jugendlichen: Nehmt euren Schulhof, eure Stadt oder  vielleicht sogar den nächsten Wald auf. Und für alle Trainer: Traut den Jugendlichen auch mal was zu und lasst sie mit genügend Vorlaufzeit die Karte für den nächsten Kinder-OL zeichnen!

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Liebevolle Detailarbeit für 2,3km 🙂

Auch in Schweden habe ich dann eine Sprintkarte aufgenommen, auf der dann sogar ein richtiger Wettkampf stattfand.
Mit der Vorbereitung eines Trainingslagers der Thüringer OL-Jugend wagte ich mich dann an die Überarbeitung einer Waldkarte. Wie ich die Brombeeren und Brennnesseln dort gehasst habe. Als Läufer probiert man sie ja irgendwie zu vermeiden oder sich schnell hindurch zu schlängeln, aber als Kartenaufnehmer musst du da eben durch, wenn da eine Schneise auf der alten Karte eingezeichnet ist und du nachschauen willst, ob die noch ok ist.
Als Felix und ich dann auf OL-Entwicklungsweltreise gehen wollten, war schnell klar, dass wir Karten aufnehmen und Kurse für zukünftige Kartierer geben müssen. Das schwierigste ist für die meisten Anfänger in Europa der Umgang OCAD oder OpenOrienteering Mapper, welches doch relativ umfangreiche Programme sind. In Südamerika war das auch schwierig, jedoch ist es für die Leute dort noch viel schwieriger den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Karte zu kennen und zu merken. Wenn man nicht schon seit zehn Jahren fast jedes Wochenende ein Karte in der Hand hat, entwickelt man auch kein Gefühl dafür. Das Verständnis für Lesbarkeit, notwendige Genauigkeit und die Symbolsicherheit (also wann verwende ich welches Symbol für welches Objekt im Wald) ist ohne langjährige OL-Erfahrung nicht so einfach erlernbar. Aber Felix und ich haben versucht zu erklären, dass drei kleine Löcher keinen Sinn machen, wenn sie so dicht an einander gepatscht sind, dass man das Symbol als Läufer nicht mal im stehen erkennen kann.
Außerdem haben wir die Karten für die chilenischen Meisterschaften im Nationalpark Palmas de Pitrucao und für die südamerikanischen Meisterschaften 2018 in Uruguay aufgenommen.

aktuell

Palmas des Pitrucao – grün, steil, heiß und ohne digitale Grundlagen – ein „Traum“ für jeden Kartierer!

Also viel Spaß beim ruhigen Natur genießen und konzentrierten Zeichnen! Wenn du Tipps und Tricks brauchst, melde dich gerne oder wende dich an den nächsten professionellen Hobbykartierer in deiner Nähe.

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