Jubiläum

10 Jahre im deutschen Nationalteam. Zeit für einen Rückblick auf die Anfänge, Höhen und Tiefen.

2008 wurde ich ins Jugend-Nationalteam berufen. Damals trainierte ich vielleicht einmal die Woche und in der Saison waren am Wochenende zwei, drei Wettkämpfe. Eine Trainerin hatte ich auch nicht. Trotzdem sollte dieses Jahr das international erfolgreichste meiner gesamten bisherigen Karriere werden, jedenfalls, wenn man nur auf die Zahlen schaut. Eine Bronzemedaille in der Staffel mit Anna und Resi (ja die Resi aus der legendären JJLVK-Staffel) und ein Diplom für den sechsten Platz im Sprint bei der Jugendeuropameisterschaft durfte ich damals mit nach Hause nehmen. Das war übrigens 2008 in der Schweiz, als Christoph Jugendeuropameister wurde.

Das soll jetzt die Jugend nicht ermuntern, weniger zu trainieren, sondern eher ermutigen, dass man mit ein wenig Talent, viel Wettkampferfahrung aus Deutschland und guter Vorbereitung schon ganz gute Ergebnisse erreichen kann. In diesem Sinne viel Glück unserem Teams bei der JEM und Glückwunsch an Ric für sein Diplom beim JEM-Sprint!

In den folgenden drei Jahren war ich immer mal wieder nah dran ein Diplom zu holen. Besonders im Sprint war es denkbar knapp. 2009 in Serbien wurde ich Siebte mit zwei Sekunden Rückstand auf Platz Sechs. Ich war tottraurig und die Tränen strömten. Zum Glück war das Team immer füreinander da und versuchte mich zu trösten und bis zur Party war ich wieder froh.

Nach diesem Erfolg war die Motivation gigantisch und meine Trainierin Meike und ich versuchten mich so gut es ging auf folgende Wettkämpfe vorzubereiten. Weitere Jugend-EMs in Spanien und Tschechien folgten, begleitet von dutzenden Trainingslagern. Mit dabei immer junge motivierte Läufer und sich aufopfernde Trainer und Betreuer. Eine Zeit mit unendlich vielen Eindrücken und spannenden Erlebnissen, die ohne die grandiose Vereinsarbeit und Unterstützung in Jena niemals möglich gewesen wären. Viele junge Talente die tausend mal besser orientieren und laufen konnten als ich waren im deutsche Team, doch wenn das Umfeld nicht stimmt, ist es schwierig sein Talent zu entwickeln und besser zu werden. Als junger Mensch weiß man nicht wie das geht. Dafür braucht es Trainer und Betreuer, im Team und zu Hause, die einem einen Weg weisen der zu Hause, in der Schule und im OL funktioniert mit allem was zu dem Menschen gehört. (Auch wenn eine gewisse Tove Alexandersson das ohne Trainer hinbekommen haben soll. Doch sie kommt aus einer OL-Familie, wo Mama und Papa wissen wo es lang geht.)

 

Als Juniorin habe ich dann trotz Abistress noch immer trainiert und konnte bei JWM und JEC ordentliche Läufe zeigen und war motiviert bei meiner letzten JWM 2013 bessere Ergebnisse zu erreichen. Dafür zog ich nach Eskilstuna/Schweden, wo ich als Au-Pair arbeitet und viel mit dem Ärla IF trainierte. Trotzdem wurde ich 2013 nicht in den C-Kader berufen, da meine 3000m-Zeit zu schlecht war. Dass ich trotzdem bei den deutschen OL-Wettkämpfen alles in meiner Altersklasse in Grund und Boden lief, interessierte die Trainer nicht und sie wollten mich nicht mal mit zu meiner letzten JWM nehmen. Weit weg von meiner Familie und Freunden wusste ich weder vor noch zurück und war sehr enttäuscht.

Einige Verletzungen und Wunden habe ich schon mit aus dem Wald gebracht und jede Narbe erzählt ihre eigene kleine Geschichte, aber auch, dass ich jedes mal wieder eine Karte in die Hand genommen habe und weiter gemacht habe, einfach nur weil Orientierungslauf Spaß macht. Also habe ich mich von dieser Sache nicht unterkriegen lassen und gekämpft. Tatsächlich, zwei Wochen vor der JWM lief ich mit Hilfe eines Vereinskollegen aus Ärla die nötige 3000m-Zeit. Schnell Ticket buchen und dann ging es auch schon los. Befreit vom Druck (und den drei Kids der Gastfamilie) lief ich konstante Rennen und konnte sogar einen Top20-Platz holen und auch in Tschechien zeigen, dass ich auf jeden Fall zum deutschen Team gehöre.

Dann der Sprung in die Elite. Eine EM und eine WM zusammen mit meinem Bruder. Noch mehr internationale Wettkämpfe wie Weltcups und Euromeeting warteten auf mich. Viele Gelegenheiten um Erfahrung zu sammeln und stärker zu werden. Mit jedem Jahr kämpfte ich mich näher an die Spitze. Vier Jahre um von Platz 51 bei der EM Mitteldistanz auf Platz 15 zu kommen. Nehmen wir mal eine lineare Leistungssteigerung an, bin ich in zwei Jahren locker Europameisterin 🙂

Diesen Sommer steht erst mal meine fünfte WM an. Dann soll endlich auch dort die magische Top20-Grenze fallen und bei der Studenten-WM könnte sogar eine einstellige Platzierung drin sein.

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