Wie hast du das gemacht?

Viele Leute haben mir zur Silbermedaille bei der schwedischen Nachtmeisterschaft gratuliert. Live-TV vom Wettkampf findet ihr hier. Bei 02:56:30 komme ich ins Ziel 🙂

Es ist toll zu sehen, dass so viele sich über meine Leistung freuen. Persönlich war ich so glücklich und erleichtert, dass ich in der Dusche (Freiluft um Mitternacht natürlich) beinah angefangen hätte zu heulen. Ich war die Tage davor wirklich nervös und musste mental hart arbeiten, um einigermaßen entspannt an den Start zu gehen und eine sauberes Rennen zu machen. Danach war ich einfach nur erleichtert diesen großen Batzen Aufregung in eine Silbermedaille verwandelt zu haben.

Einer der vielen Gratulanten fragte mich „Wie hast du das gemacht?“. Auf meiner Glückswelle surfend habe ich einfach „Bin gelaufen ;)“ geantwortet. An sich ist das nicht falsch. Es gibt keinen Zauberspruch oder Zaubertrank, um einen guten Lauf zu machen. Das einzige was einen dahin bringt ist Training, Vorbereitung und Motivation. Wie diese Dinge im Verhältnis zueinander stehen, hängt wohl von der Person ab. Man muss laufen, viel laufen, im Wald, auf der Bahn, auf der Straße, mit und ohne Karte, allein, gemeinsam mit anderen, im Kopf.

Sinnvolles Training jeden Tag, manchmal gerne zweimal, ein Leben, dass auf sportliche Leistung ausgerichtet ist. So macht man das.

Es gibt Leute, die können das überall. Für mich bedeutet das ich brauche das richtige Umfeld: Leute, die Trainings organisieren, Läufer, die ähnlich stark sind wie ich, Trainingspartner und Teamkameraden mit denen man gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet. Leute, die zeigen, dass es geht auch wenn man selber vielleicht noch nicht ganz da ist. Wenn man weiter fleißig an sich arbeitet, auf sich aufpasst, auf seinen Körper hört, mentale Stärke aufbaut, dann kommt man im Sport irgendwann dahin, wo man hin möchte.

Dazu braucht es Zeit und das richtige Umfeld. Waren, die nicht ganz billig sind. Ist es das also wert? All die Arbeit, all die investierte Zeit, all das Geld, dass man auch für hungrige Kinder in Afrika spenden könnte?

Für mich persönlich, kann ich diese Frage mit ja beantworten. Ich habe das Gefühl, dass das was ich hier mache meinem Leben erst einen Wert gibt. Und ich hoffe, dass ich besonders für junge deutsche OLer und OLerinnen ein Vorbild sein kann. Nur weil wir in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, bedeutet das nicht, das wir keine guten OLer sind. Während der Schulzeit haben wir vielleicht nicht die gleichen Möglichkeiten, aber das ist nichts, was man nicht aufholen kann. Als Sportler ist man Vorbild für einen gesunden Lebensstil und lernt konsequent und langfristig auf ein Ziel hinzuarbeiten, Prioritäten zu setzten und was wohl am wichtigsten ist, mit Rückschlägen umzugehen. (Klingt wie der perfekt Arbeitnehmer, oder?). Werte und Eigenschaften, die man nur schwer mit Geld aufwiegen kann.

Genug philosophiert, habt Spaß im Wald und genießt die Sonne! Euer Körper und eure Seele wird es euch danken.

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3 Kommentare zu “Wie hast du das gemacht?

    • Hallo Herr oder Frau Unbekannt,
      vielen Dank für deine Kritik an diesem Artikel. Ich gebe zu, dass ich nicht ganz deutlich gemacht habe, dass es Sportler gibt, die grandiose Leistungen auch im Alleingang schaffen. Um was es mir jedoch eigentlich geht, ist klar zu machen, dass man tolle Ergebnisse nicht geschenkt bekommt, sondern man sie sich Schritt für Schritt erarbeiten muss. Diesen Text habe ich geschrieben, weil man als Leistungssportler doch immer wieder bemerkt, dass manche Leute glauben, dass das nicht so ist und die Chance darüber zu reden sich jetzt geboten hat.
      Mit freundlichen Grüßen
      Susen Lösch

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