Platzende Träume

Vor gut einem Jahr kam Felix nach Schweden, ein Job im OL-Verein und eine internationale OLer-WG erwarteten ihn.

Für mich war das alles wie ein Lottogewinn: in so einer WG zu leben war schon lange ein Traum, tolle Trainingsmöglichkeiten mit dem lokalen Verein, und Felix hatte neben der Arbeit noch genug Zeit, um schwedisch zu lernen.

Wer hätte gedacht, dass das unsere dümmste Idee der letzten Jahre war? Dass ein Lottogewinn innerhalb von 16 Monaten eine richtig miese Niete wird?

Ich bin immer noch froh, dass wir nach Schweden gezogen sind. Die Arbeitsbedingungen für Felix als Physio sind hier um Längen besser als in Deutschland. Das Studium ist deutlich flexibler und damit für mich besser mit dem Leistungssport zuverbinden. Dann sind da natürlich noch die grandiosen Trainingsbedingungen, die es hier an vielen Orten gibt.

Doch was nützt das alles, wenn man mit manchen Leuten mit denen man zusammen arbeitet oder sogat wohnt einfach nicht klar kommt? Wenn man sich jeden Tag bemüht das Verhältnis doch noch zu retten, aber die anderen das Interesse anscheinend schon lange verloren haben.

Ich weiß nicht, ich bin eine Person, die gerne versucht mit allen auszukommen, weil ich immer noch daran glaube, dass wir gemeinsam zu viel mehr fähig sind, als wenn wir gegeneinander arbeiten. Man kann nicht mit jedem Menschen, den man kennt, beste Freunde werden, aber man kann hilfsbereit sein und ein offenes Ohr haben, wenn jemand das braucht. Ich hoffe immer, dass wenn ich hilfsbereit bin, dann sind die anderen es mir gegenüber auch falls ich mal Hilfe brauche. Ich glaube dadurch wird die Welt ein freundlicherer und unkomplizierterer Platz. Alles sehr naiv, ich weiß und deshalb bin ich wahrscheinlich auch immer so sehr enttäuscht und frustriert, wenn jemand mal so richtig das Arschloch raus hängen lässt oder gemeine Machtspiele spielt. Ich gebe zu, ich habe mich während der letzten Wochen und Monate auch nicht immer korrekt verhalten. Doch meiner Meinung nach ist das kein Grund hinter dem Rücken schlecht über jemandem zu reden und denjenigen zu hintergehen, anstatt zeitnah das Gespräch mit dieser Person zu suchen.

Irgendwie weiß ich, dass man nicht mit allen Menschen auskommen kann. Was tut man also, wenn man so jemandem begegnet? Erstmal ignorieren. Doch irgendwann geht das nicht mehr. Für mich persönlich ist die Grenze erreicht, wenn ich mich im OL nicht mehr fokussieren kann, wenn OL plötzlich keinen Spaß macht.

Das ist letztes Wochenende passiert. Bei der Swedish League am Freitag und am Samstag war ich nicht bei der Sache. Es war so schwer einen Fokus aufzubauen. Ich habe meinen Job gemacht. Das war ok, aber weit weg von gut oder dem zu dem ich glaube, dass ich zur Zeit fähig bin.

Dann hilft nur noch aus dem Weg gehen und einen so großen Bogen wie möglich um diese Menschen schlagen. Jedenfalls ist das die einzige Lösung, die mir noch einfällt.

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