Countdown zum „Ernst des Lebens“

Dieser Corona-Sommer war etwas anders als gewohnt, aber trotzdem sind viele spannende Dinge passiert, die ich gerne mit OL-Deutschland teilen möchte.

Schon vor dem Trainingslager in Idre im Juli fing ich an Bewerbungen zu schreiben, damit ich vielleicht Ende des Sommers anfangen könnte zu arbeiten. Doch das war wegen des alljährlichen mehrwöchigen allgemeinen Sommerurlaubs und wegen Corona und daraus resultierenden Einstellungsstopps schwieriger als gedacht. Deshalb habe ich erstmal ein großes Kartenaufnahme-Projekt hier in Stockholm angenommen. Für den Stockholmer OL-Verband sollte ich eine Sprint-Karte zeichen, um zwei schon vorhandene große Sprint-Karten zu einer Riesigen zusammenzufügen. Die Karte findet ihr hier. Mein Gebiet umfasst hauptsächlich Wiesen und Hügel mit Wald. Außerdem übernahm ich die Koordinierung der Überarbeitung der nord-östlichen bereits vorhanden Karte. Wie immer musste die Karte schnell fertig werden, um sie noch vor Sommerende bei hitta-ut online stellen zu können. Deswegen würde ich die Karte nicht als gut bezeichnen, aber sie ist ausreichend für ihren Zweck. Hitta-ut ist ein Projekt in ganz Schweden um den Menschen den OL näher zu bringen. In der Hitta-ut App werden große stadtnahe OL-Karten kostenlos zur Verfügung gestellt. In der App kann man auch sehen wo die checkpoints liegen und man kann registrieren, wenn man einen gefunden hat. Dank Corona sind Teilnehmerzahlen bei hitta-ut diesen Sommer so hoch wie noch nie. Auch auf „meiner“ Karte haben mittlerweile 121 Leute 2541 checkpoints gefunden.

Übrigens, der Stockholmer OL-Verband hat ein eigenes Büro mit vier bezahlten Angestellten. Als ich da war, um die Details rund um die Karte zu besprechen, bin ich aus dem Staunen gar nicht wieder raus gekommen. Das ist der Stockholmer OL-Verband, nicht der für ganz Schweden!

Als das fertig war, habe ich erstmal ein paar Tage Ruhe gebraucht und ich habe weiter Bewerbungen geschrieben. Weiterhin kamen nur Absagen und ich fing das nächste Karten-Projekt an. Die Schule in Ärla hätte gerne eine richtige Sprint-Karte über das „Dorf-Zentrum“. So verbrachte ich ein paar Tage in Ärla und trainierte und zeichnete bei schönstem Sonnenschein. Jetzt muss ich nächste Woche nur noch mal über alles drüber gehen, dann sollte diese kleine aber feine Karte auch fertig sein.

Zwischendurch hatte sich die Corona-Lage etwas entspannt und das Nationalteam konnte sogar in ein TL im Engadin in der Schweiz fahren. Es war einfach sehr sehr schön alle coolen Leute wieder zu treffen und mal wieder auf völlig anderen Karten zu laufen und anderes Gelände zu sehen. Die Motivation war riesig und ich habe das ganze TL jede Einheit stur durchgezogen. Das war vielleicht ein bisschen übertrieben, wenn man bedenkt, dass ich drei Wochen gebraucht habe, bis sich meine Beine wieder normal schnell angefühlt haben und nicht wie zwei schwere Betongstelzen.

Die Chance zum Reisen habe ich auch gleich genutzt und habe nach dem TL meine Familie inklusive neuestem Zuwachs in Deutschland besucht. Der Besuch am alten Gartenhaus meiner Großeltern hielt ein paar Bauarbeiten und das wahrscheinlich lustigste Trainingsgerät des Jahres bereit.

Die Woche darauf besuchte Löri uns in Stockholm bevor sie nach Uppsala umzog. Ehrlich gesagt hätte sie den Zeitpunkt nicht besser treffen können, denn es gibt endlich wieder richtige Wettkämpfe hier. JUHU!

Bei einem davon war Ärla IF der Organisator und ich durfte Posten setzen und einsammeln. Außerdem bin ich jetzt Vize-Distriktmeisterin im Sprint und Distriktmeisterin im Nacht-OL im Sörmland. Einen relativ großen nationalen OL gab es auch schon, aber das war nur zwei Wochen nach dem Schweiz-TL. D.h. ich habe überlebt, aber schnell war es nicht. Nach dem Nacht-OL habe ich mich leider erkältet und bin jetzt vier Tage kaum aus dem Bett gekommen, aber ich hoffe bis Freitag bin ich wieder gesund. Denn dann ist die Quali für die schwedischen Meisterschaften Mittel und Lang. Meine Beine sollten jetzt auf jeden erholt sein. 🙂

Jetzt zum Ernst des Lebens. Ich habe tatsächlich irgendwann (lies: als alle aus dem Sommer-Urlaub zurück waren) nach vielen Bewerbungen eine Einladung zum Bewerbungsgespräch bei Perimed bekommen. Die Firma stellt Geräte zur Messung der Blutmikrozirkulation her und liegt nur zwei Kilometer von meiner Haustür entfernt. Am 28. September darf ich dort anfangen und ich hoffe, dass ich meinen Aufgaben gerecht werde. Durch die Nähe zu meiner Haustür habe ich trotz Vollzeitstelle die Chance meine Sportkarriere weiter auf hohem Niveau zu verfolgen. Denn ich bin hier noch nicht fertig.

Die SM Mittel und Lang dieses Wochenende werden übrigens im schwedischen Fernsehen (SVT) übertragen! Falls ihr euch also langweilt, weil keine Wettkämpfe stattfinden… ;)asa

Samstag 19/9: SM medeldistans, 13.30-16.30
Sonntag 20/9: SM långdistans, 12.30-17.00

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