Pause

Die letzten Wochen bis zur WM waren sehr intensiv. Neben Arbeit und Training, Kartenstudium, Vorbereitung auf google street view, neue Flüge buchen, da die Lufthansa die Ersten gestrichen hatte, und PCR Test blieb nicht viel Zeit zum Luftholen.

Dementsprechend froh war ich vor meinem ersten Einsatz immerhin noch einen Tag in Tschechien zu haben, um mich auch mental auf die Aufgaben der folgenden Tage einzustellen. Ich denke das ist mir ganz gut gelungen. Ich habe aus meinen Fehlern bei der EM im Frühjahr gelernt und bin mit Kampfgeist und Trotz in jeden Lauf gestartet.


Die Stimmung im Team war super und ich bin stolz darauf wie wir uns immer wieder gegenseitig motiviert und angestachelt haben. Unser tolles Teamergebnis mit World Games Qualifikation als Sahnehäubchen ist nicht nur die Summe unserer Einzelläufe, sondern zeigt auch wie wir als Team zusammen gewachsen sind und uns in einer angespannten Situation wie dieser gegenseitig unterstützen können. Ich denke die Qualifikation ist der Lohn für die kontinuierliche Arbeit und Verbesserung des ganzen Teams – Athleten und Trainer.
Die Anspannung während so einer WM-Woche ist hoch, aber für mich absolut nötig, um mit dem nötigen Biss in die Rennen zu gehen. Nach dem letzten Rennen fiel diese Spannung schlagartig ab uns ich war einfach nur leer und plumste wie ein nasser Sack in den Campingstuhl im Teamzelt. Dieses Gefühl von Leere ist erstmal sehr schön und ich war einfach nur froh diese Woche für meine Ansprüche erfolgreich hinter mich gebracht zu haben. Natürlich fieberte ich der Sache schon lange entgegen, aber tatsächlich wünschte ich mir ab einem gewissen Punkt während der WM einfach nur, dass es bald vorbei ist. Es ist nicht so, dass es nicht unendlich Spaß macht so einen Wettkampf zu laufen, aber Emotionen und Konzentration ständig zu kontrollieren, um im Wettkampf Bestleistung zeigen zu können, ist auf Dauer für mich mental sehr anstrengend.


Auch jetzt, vier Tage nach dem letzten Rennen, fühle ich mich mental sehr müde. Jetzt ist erstmal Trainingspause und das ist auch gut so, denn zur Zeit fällt es mir schwer mich für überhaupt irgendetwas zu motivieren, geschweige denn für hartes Training. Der erste normale Tag auf Arbeit war einfach nur komisch. Wie als ob man plötzlich wieder in einer ganz anderen Welt ist.
Plötzlich habe ich Zeit zu reflektieren und mir wird bewusst wie ich durch die letzten Wochen hindurch gerast bin, um mich auf die WM vorzubereiten. Plötzlich bin ich im Kopf im hier und jetzt und nicht in den tschechischen Sandsteinen, obwohl ich in einem mäßig spannenden Meeting sitze.
Aber es ist auch schön für Dinge Zeit zu haben, die sonst immer zu kurz kommen. Irgendwann muss man ja mal in der Hängematte ein Buch lesen, Walderdbeeren sammeln (und essen) oder einfach nur so die Sonne am Badesee genießen.
Und das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten. Schon in zwei Wochen fahren Felix und ich nach Deutschland, um unsere Familien zu besuchen und die Batterien wieder voll aufzuladen. In genau einem Monat, findet dann auch schon der Weltcup in Idre statt, wo das gesamte Team natürlich an die fantastischen Ergebnisse der WM anknüpfen will.

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