Wenn gut nicht mehr gut genug ist

Vor fünf Jahren knackte ich das erste Mal die Top 30 auf der WM-Langdistanz und wurde 22. Seitdem war ich Platz 22, 26, 19, und 22. Gut. Stabil.

Vor drei Jahren wurde ich das erste Mal 10. bei der SM Mittel. Danach war ich Platz 9, 9, 9 und 11 auf Mittel und Langdistanz. Gut. Stabil.

Irgendwie nicht ganz happy im Ziel

Dieses Wochenende war SM Mittel in Boden. Ich hatte einen in meinen Augen nahezu perfekten Lauf und ich dachte es würde vielleicht endlich mal wenigstens für Platz acht reichen. Am Ende war es dann doch nur der 12. Eine gute Platzierung, aber auch nicht super gut. Irgendwie nichts, auf jeden Fall nicht das wofür ich weiterhin trainiere.

Mittlerweile fühlt sich fast jeder stabile Einsatz irgendwie schlecht an. Bei circa 90% meiner Läufe, kann ich mein Potenzial abrufen, aber es kommt nie der Durchbruch. Das gleiche ziemlich gute, aber eben nicht richtig gute Niveau seit fünf Jahren. Seit fünf Jahren warte ich auf den Tag an dem ich mal ein richtig gutes Ergebnis mit nach Hause nehmen darf. Es fühlt sich so an als ob mir so langsam die Zeit davon läuft. Ich bin eben nicht mehr 23, sondern 28.

Auf den letzten Metern in Luleå

Auch bei der Staffel am Sonntag lieferte ich, trotz einer schlechten Teamleistung, eine ordentliche Schlussstrecke ab. Doch nach diesem weiteren stabilen Wochenende bin ich einfach nur ratlos. Was hab ich denn falsch gemacht in den letzten Jahren, dass es nie geklappt hat?

Natürlich kann man immer mehr und schneller trainieren. Das hab ich auch gemacht. Vielleicht nicht in großen Schritten, aber ich bin schneller geworden und technisch mittlerweile auf einem deutlich besseren Niveau als 2016. Warum werden dann meine Resultate nicht besser? Verdammt nochmal. Ich habe keine Lust mehr nach jedem guten Lauf im Ziel zu stehen zu sehen wie eine ähnliche Anzahl Damen schneller ist als ich. Teilweise sind das Läuferinnen, die ich in anderen Rennen auch schon geschlagen habe.

Ein richtiger Mindfuck ist immer, wenn Läuferinnen, die ähnlich gut wie ich oder sogar langsamer sind als ich, mit ihrer Staffel eine gute Platzierung holen und mein Team wieder einmal dahinter ist. Dafür kann niemand was, aber es wird jedes Mal härter nicht vor Wut im Dreieck zu springen und sehr sehr laut zu schreien.

Diesen Herbst stehen noch ein paar richtige Highlights an und ich werde in jedem Lauf mein Bestes geben. Das erwarte ich einfach von mir als Leistungssportlerin. Aufstehen, weiter machen. Doch nach der Saison muss ich irgendetwas ändern, denn ich will bei den World Games nächsten Sommer nicht nur ein gutes Ergebnis holen. Ich will das die Ergebnissliste wieder Freude bringt und nicht nur Frustration und Ratlosigkeit.

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