Durchatmen

In letzter Zeit ist es etwas still auf meinem Blog, doch das bedeutet nicht, dass in der OL-Welt nichts passiert. Es ist nur einfacher über schöne und neue Dinge zu schreiben als über frustrierende Sachen.

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Die Suche nach den Big Five

Jedes zweite Jahr findet in Südafrika über Neujahr der Big 5 O statt. So auch diesen Winter bzw. Sommer in Südafrika. Das nahmen Felix und ich als Anlass auch ein Teil dieses Kontinents zu erkunden. In zwei Wochen haben wir richtig cool OL gemacht, viele spannende Tiere gesehen und schöne Aussichten genossen.

Gleich am ersten Tag des Big 5 nördlich von Graskoop ging es in ein Felsgebiet im offenen Grasland, das es echt in sich hatte. Ich nahm es ruhig nach der langen Anreise am Vortag und hatte sehr mit der Hitze zu kämpfen. Ein Pause am Bach zum Abkühlen musste leider sein. Nach dem ich mein Trikot als Sonnenschutz auf den Kopf gebunden hatte, ging es mir etwas besser und ich konnte die Strecke zu Ende joggen.

Die nächsten Tage waren dann mehr im Wald und ich bin immer mit Basecap gelaufen. So konnte ich sogar zwei Etappen gewinnen und zum Finalen Sprint in Hazyview war es denkbar eng in der Gesamtwertung. Zwei schnelle Schwedinnen und ich hatten Chancen auf den Gesamtsieg. Trotz eines größeren Fehlers und gefühltem Sterben in der Affenhitze, konnte ich die Führung in der Gesamtwertung mit nur acht Punkten (von knapp 4000) halten und einen schicken Pokal und eine Flasche Wein mit nach Hause nehmen.

Natürlich haben wir in dieser wunderschönen Gegend nicht nur OL gemacht, sondern wir besuchten zahlreiche malerische Wasserfälle, grandiose Aussichtspunkte und versuchten einen der Wanderwege in den Bergen abzulaufen. Das mit dem Wanderweg mussten wir teils wegen schlechter Ausschilderung und teils wegen dichtem Nebel abbrechen und die große Forststraße zurück laufen.

Direkt nach dem Finale in Hazyview brachen wir zum Krüger Park auf. Dort angekommen leuchten einem schon die „No alcohol allowed“-Schilder entgegen. Oh nein, jetzt nehmen die mir die vor wenigen Stunden gewonnene Weinflasche direkt wieder ab, dachte ich. Anscheinend wirkten wir aber vertrauensvoll und die Sicherheitsfrau an der Schranke fragte nur, ob wir Alkohol dabei hätten und wir sagten nein. Was immerhin so halb stimmte, denn wie wir später fest stellten, kann es schwierig werden eine verkorkte Weinflasche ohne Korkenzieher zu öffnen. Gleich in den ersten Stunden im Krüger Park sahen wir richtig spannende Tiere: ein Elefantenbullen, der ganz plötzlich neben unserem Auto im Busch stand und bedrohlich auf uns zu lief, eine Gruppe Giraffen, die genüsslich an ein paar Blättern knabberte, einen Leopard, der gemütlich im Baum gedöst hat, eine Löwenfamilie, die dem Auto-Trubel den Rücken kehrte und verschwand, ganz viele Impalas und andere Tiere.

Zwei weitere Tage und Nächte blieben wir im Krüger Park und suchten nach weiteren Tieren. Von den Hippos haben wir immerhin die Ohren gesehen und einmal weit weg eines das am Ufer graste. Leider konnten wir keinen besseren Blick auf die Löwen erhaschen und die Rhinos haben sich sehr gut versteckt. Am zweiten Tag gab es dafür eine Menge Elefanten, die viel Spaß im Schlammloch hatten. Außerdem sahen wir Büffel und jede Menge Vögel. In den Nächten war es so heiß, dass man eigentlich kein Zelt gebraucht hätte, aber ein bisschen Schutz vor Mosquitos, Schlangen und Skorpionen und was für gemeine giftige Tiere da leben, ist auch nicht schlecht.

Nach dem Krüger Park wollten wir zum Meer. Da das ein weiter Weg war, stoppten wir zuerst an den Echo Caves. Dort durften wir dank der netten Verwalterin auf der Wiese zelten und erhielten am nächsten Morgen eine tolle Führung durch die Höhlen. Höhepunkt dieser sind die „flowstones“, die verschiedene Töne erzeugen, wenn man mit der Faust oder einem Gummihammer darauf schlägt. Diese Töne hört man durch die ganze Höhle und bis an die Oberfläche und wurden von den Einheimischen früher als Warnsystem benutzt.

Dann ging die Reise weiter nach Nelspruit mit einem Stopp an einem uralten Steinüberhang wo schon die ersten Menschen gewohnt haben sollen, Mittagspause auf dem 2150 Meter hohen Long Tom Pass und einem weiteren Stopp in den Sudwala Caves. Diese sind noch größer als die Echo Caves und dort werden sogar Konzerte für bis zu 200 Personen gegeben.

Am nächsten Tag liefen wir sogar zweimal OL. Am Morgen im botanischen Garten von Nelspruit und zum Mittag in Kaapschehoop, einem idyllischen Dörfchen auf der Hochebene, mit obligatorischem hübschen Wasserfall und freilaufenden Pferden. Die Pizza im lokalen Restaurant kann ich ebenfalls empfehlen.

Nach so viel Bewegung konnten wir die nächste lange Autofahrt antreten. Wir übernachteten in Pongola, aber da diese Gegend landschaftlich nicht so viel zu bieten hat, setzten wir die Reise am nächsten Morgen direkt fort und fuhren endlich nach St. Lucia ans Meer.

Auf einer Bootstour durch den iSimangaliso Wetland Park sahen wir ganz viele Hippos, die im Wasser Kühlung suchten. Danach ging es bewaffnet mit einer ganzen Packung Eis endlich an den Strand. Durch Zufall landeten wir dort, wo die Locals badeten und waren irgendwie ein Highlight für die Menschen dort.

Am lustigsten waren die Kinder, die ganz schüchtern mit ihrer Mama auf mich zukamen und doch nicht widerstehen konnten, meine Haut Mal mit dem Finger anzutippen. Sie konnten sogar Englisch und erzählten mir ihre hübschen afrikanischen Namen, doch die konnte ich mir leider nicht merken. Der indische Ozean ist dort sehr warm und man kann getrost eine Weile im Wasser bleiben. So verging die Zeit und wir mussten schon bald zum Campingplatz aufbrechen. Dort angekommen schnürten wir die Laufschuhe für eine kurze Runde am Strand. Ein bisschen Bammel bekamen wir nur bei dem großen Schild: Danger Crocodiles! Wir hatten bereits Stories über des Nachts freilaufenden Hippos in St. Lucia gehört. Irgendwie spannend, aber auch ein bisschen beängstigend.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Südwesten entlang der Küste. Wir stoppten in Mtunzini und ich ging im Dünenwald Laufen und dann  verbrachten wir ein paar Stunden am ruhigen Strand in der Sonne – Sonnenbrand natürlich garantiert.

Weiter ging es nach Durban mit seinem berühmten Leuchtturm. Die Stadt an sich hat uns nicht so gefallen, aber die Lage am Ozean ist natürlich sehr schön. Am Morgen gönnten wir uns einen letzter Blick aufs Meer und fuhren dann in die Drakensberge.

Dort gibt es unzählige Naturschutzgebiete, jedes mit eigenem Gate und Zeltplatz oder Hüttendorf. Wir besuchten den Royal Natal National Park und hofften den höchsten Wasserfall Südafrikas – die Tugela Falls – zu sehen. Leider war es zwei Tage lang so neblig, dass wir weder eine der 3000 Meter hohen Bergspitzen noch den Wasserfall zu Gesicht bekamen. Trotzdem hatten wir viel Spaß auf den Trails und bestaunten die nähere Umgebung. Bevor wir zurück nach Johannesburg mussten, wollten wir noch einen flacheren Trail das Tal hinauf laufen. Schon nach zweihundert Metern wurden wir gestoppt. Mitten auf dem Weg saß eine Horde Affen und tat was Affen eben so tun. Einige Tiere waren ziemlich groß und sie waren deutlich in der Überzahl. Also kein Weg vorbei.

Zum Glück konnte man auch vom nächsten Campingplatz auf den Trail gelangen und so kamen wir doch zu einer schönen Lauftour.

Dann ging es also zurück nach Johannesburg. Auf dem Weg dahin stoppten wir an einem Gehege für weiße Löwen, so dass wir auch diese prachtvollen Tiere noch sehen konnten.

Nach einer Nacht im Hostel gönnten wir uns am frühen Morgen einen letzten Sprint-OL durch die University of the Witwatersrand (WITS) und einen Lauf durch die gerade erwachende Großstadt. Dann war unser Urlaub leider schon zu Ende und wir flogen zurück ins dunkle und kalte Schweden.

Die Weinflasche hat es übrigens bis hierher geschafft, doch leider war sie in meiner Tasche in tausend Scherben zerbrochen.

Dies und Das

Der letzte Artikel hier ist schon eine Weile her. Das liegt vielleicht daran, dass ich Anfang November mit der Masterarbeit begonnen habe, aber das war nur ein kleiner Teil. Ehrlich gesagt ist in diesem Monat so ziemlich alles und nichts passiert. Für einige Dinge fehlen mir einfach die Worte, bzw. ich möchte nach reichlicher Überlegung nicht mit gleicher Münze zurück zahlen und andere Leute an den Pranger stellen.

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